Hyänen

Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta)   &   Braune Hyäne (Hyaena brunnea)

Tüpfelhyäne

„Stinkende, feige, hinterlistige Aasfresser“, so oder ähnlich eilt den Hyänen ein schlechter Ruf ganz zu unrecht voraus.

Tüpfelhyänen sind die am weitesten verbreitete Hyänenart in Afrika und ein häufig unterschätzter, hoch effiziente Jäger mit einer im Tierreich fast einmaligen Anpassung an die Ausschöpfung ihres Nahrungsangebots. Es scheint wirklich nichts zu geben, das Hyänen nicht essen und verdauen können..... Nebenbei lassen sie keine Chance aus anderen Raubtieren ihre Beute streitig zu machen und scheuen auch nicht davor zurück, einzelnen Löwen den Riss zu „klauen“. Aas jeglichen Alters wird von Hyänen mit Haut und Knochen gefressen. Ihre gewaltige Kieferkraft bricht selbst die Oberschenkelknochen von Elefanten und Büffeln um an das Mark im Inneren zu kommen.

Damit spielen Hyänen ähnlich wie die Geier und andere Aasfresser eine wichtige Rolle bei der Verhinderung von Seuchen- und Krankheitsausbrüchen.

Die primär nachtaktiven Hyänen leben in sozial gut strukturierten Rudelverbänden (Clans), die von einem dominaten Weibchen geführt werden. Die direkte Nahrungskonkurrenz mit Löwen und die oft deckungsgleichen Territorialgrenzen führen zu einer Konkurrenzsituation die häufig Konflikte zwischen diesen beiden Arten auslöst. Auseinandersetzungen sind mitunter lautstark und blutig. Sie finden bevorzugt bei Nacht statt. Keine der beiden Gruppen lässt eine Chance aus den gegenseitigen Nachwuchs zu töten.

 

Der unerfahrene Botswanareisende sei vor allem bei Nacht vor den Hyänen gewarnt. Sie sind häufige und regelmäßige Besucher im Camp und lassen auch hier natürlich keine Möglichkeit aus essbares zu ergattern. Hyänen sind dem Menschen gegenüber scheu und zurückhaltend.

Allerdings führen wir mit unserer Ausrüstung viele Gegenstände mit, die im Sinne einer Hyäne eine echte Leckerei sein können.

Schuhe, Lampen, Geschirr, Brillen, Gürtel, unsere Nahrung, ja selbst Wasserkessel vom Lagerfeuer sind vor Hyänen nicht sicher......

Daher gehört bei Nacht gehört alle Ausrüstung und sämtliche Nahrung in den Wagen geräumt.

Im allgemeinen werden Hyänen dem Menschen selbst nicht direkt gefährlich. Sie sind klug genug um zu wissen, dass ein wacher erwachsener Mensch eine Bedrohung darstellt und weichen möglichen Konfrontationen mit uns im Camp aus.

Hyänen finden sich in allen NP´s von Botswana. Körpergröße und Gewicht sind deutlich kleiner als bei weiblichen Löwen. Ihr markantes Rufen, das langgezogene „who – hoop“ ist bei Nacht weit durch den Busch zu hören. Das schaurige Gelächter welches gelegentlich auch im Busch gehört werden kann, ist der Angstlaut der Tüpfelhyäne. Hyänen fressen jegliche fleischige oder Fleisch ähnliche Nahrung..... Insekten, Termiten, Schildkröten, Vögel,....., Antilopen, Büffel, Elefanten...., Wanderstiefel, Handschuhe, Treckingsandalen,.....einfach alles was sich findet. Selbst tote Artgenossen werden gefressen. Wenn sich keine andere Nahrung findet, legen Hyänen sogar vegetarische Phasen ein.

 

Braune Hyäne

Diese langhaarige, braun farbende Unterart der Hyänen wird z.b. in Namibia auch als Strandwolf bezeichnet. Neben den Unterschieden im Fell, macht auch die schmalere, kürzere Statur die Unterscheidung von den gefleckten Artgenossen einfach. Sie leben zumeist in kleinen Gruppen. Die ebenfalls nachtaktiven Tiere fressen alles, was sich ihnen anbietet. Vornehmlich Aas, Insekten, Hasen, Mäuse, Vögel und kleinere Antilopen. Als Jäger sind sie weniger erfolgreich.

Sie sind perfekt an das Leben in Trocken- und Wüstengebieten angepasst. Sie sind wasserunabhängig und decken ihren Flüssigkeitsbedarf über die Nahrung. Findet sich nicht ausreichend Fleischnahrung fressen Braune Hyänen auch die kleinen, wilden Melonen und Gemsbok-Gurken um ihren Wasserbedarf zu decken.

Der primäre Lebensraum in Botswana sind die südlichen Nationalparks. Im CKGR gibt es z.B. gute Chancen braune Hyänen zu sichten.

Sie sind wesentlich scheuer, als die Tüpfelhyänen. Als rein nachtaktive Tiere, schlafen sie am Tag in Erdlöchern. Sie unterhalten sehr soziale Gruppenstrukturen in denen alle Weibchen gemeinsam den Nachwuchs aufziehen.

Der ganz frühe Morgen und der späte Nachmittag sind die einzigen Zeitfenster Braune Hyänen zu sichten.

In den ganzen Jahren hatten wir selber maximal 4 Sichtungen von braunen Hyänen. Zumeist in der Abend-/ oder Morgendämmerung. Zu wenig Licht für ein schönes Foto....., aber für ein kleines Video hat es mal gereicht.....