Löwen (Panthera leo)

Eine Safari ohne Löwen ist wie ein Urlaub in Spanien ohne Meer..... Der Größte aller Jäger Afrikas steht auf den Wunschlisten vieler Reisender ganz weit oben.

In Botswana sollte dieser Wunsch eigentlich immer in Erfüllung gehen. Löwen sind Zahlreich und finden überall in Botswana geeignete Lebensräume.

In ihrem Verhalten unterscheiden sich Löwen nur wenig von unseren Hauskatzen. Die meiste Zeit des Tages verbringen sie dösend und schlafend. Morgende beginnen bei Löwen gerne mit einem wärmenden Sonnenbad.  Später wenn die Temperaturen steigen ziehen sie sich in den Schatten dichteren Buschwerks zurück. Selten hat der Besucher Botswanas die Möglichkeit „aktive“ Löwen am Tage zu beobachten. Gejagt wird in der Regel Nachts. Natürlich ist das keine starre Regel. Als Jäger nutzen Löwen jede sich bietende Chance, vor allem wenn ihr Magen knurrt. So können immer mal wieder auch aktive Jagdszenen am Tage beobachtet werden.

Beste Möglichkeiten Löwen zu beobachten bieten der Moremi NP, der Chobe NP, das CKGR und der Nxai Pan NP. Aber auch in allen anderen Reservaten sind Löwen Zuhause.

Die ausgewachsenen Männchen sind größer und mit ca. 200 Kg und mehr an Gewicht ungefähr doppelt so schwer wie ein ausgewachsenes Weibchen. Die typische "Löwenmähne" entwickeln nur die männlichen Löwen. Diese Haarpracht vergrößert den Löwen optisch. Sie ist Ausdruck seiner Macht, Stärke und Männlichkeit. Löwen mit unterentwickelten Mähnen haben merklich geringere Paarungschancen. Bei den heftigen und oft tödlich verlaufenden Revierkämpfen der männlichen Löwen biete die Mähne einen guten Schutz gegen die gefährlichen Nackenbisse, die das obere Rückgrat verletzen und einen Löwen sofort ausschalten können.

Im Gegensatz zu anderen Großkatzen leben Löwen in sozialen Gemeinschaften mit starken Bindungen. Diese Rudel bestehen aus einer Vielzahl weiblicher, oft miteinander verwandter Tiere, die zumeist von einem geschlechtsreifen Männchen geführt werden. Manche Rudel werden auch von zwei oder mehr Löwen, zumeist Brüdern geführt. Männlicher Nachwuchs wird bis zur Geschlechtsreife im Rudel aufgezogen und mit den einsetzen der Geschlechtsreife aus der Gemeinschaft vertrieben. Dieses Verhalten beugt Inzucht vor. Männliche Löwen beanspruch gewaltige Territorien. Innerhalb dieses Territoriums können mehrere, unterschiedliche weibliche Familienverbände leben, die alle von dem gleichen Löwen geführt werden. Diese Verbände wiederum beanspruchen innerhalb der Grenzen des männlichen Territoriums eigene Reviere, in denen keine fremden Löwinnen geduldet werden. Löwen haben keine natürlichen Feinde. Schwache, alte Löwinnen fallen schon mal einer Hyäne zu Opfer und Löwenjunge werden von Hyänen, Leoparden und Schakalen getötet, wann immer sich eine Gelegenheit dazu bietet. Ähnlich verfahren die Löwen mit dem Nachwuchs der anderen Jäger. Auf diese Art kann man zukünftige Konkurrenten im Kampf um das gleiche Futter ausschalten. Löwen ernähren sich von jeglicher Art Fleisch, angefangen von kleinen Vögeln, über sämtliche Antilopen, Giraffen, Büffel bis hin zu den Elefanten. Zur Not geht auch frisches Aas.

Gejagt wird im Rudel, wobei die einzelnen Rudel abhängig von der Beschaffenheit ihres Territoriums und ihrer bevorzugten Jagdbeute über sehr unterschiedliche Jagdtechniken verfügen . Dabei werden die Löwinnen entgegen der weitverbreiteten Meinung häufig von den Männchen, also dem Rudelführer bei der Jagd begleitet und unterstützt. Löwenmänner sind nicht minder Geschickt und Erfolgreich bei der Jagd. Richtig ist, dass der Rudelführer falls er bei der Jagd zugegen war als erster von der Beute fressen darf. Daher leitet sich auch die Bedeutung des Wortes „Löwenanteil“ ab. 

Während ausgeprägter Dürreperioden und Zeiten geringen Nahrungsangebots lösen vor allem die Löwen der zentralen Kalahari die Rudelstruktur auf und bilden kleinste Jadgemeinschaften, die ihre Reviergrenzen auf ein Vielfaches ausdehnen. Während solcher Perioden gibt es sogar Paarungen zwischen Tieren unterschiedlicher Rudel. Ist die Notzeit beendet, reformieren sich die Rudel und sichern auch wieder ihre alten Territorialgrenzen.