Allgemeine Regeln

In Botswana fährt man wie in praktisch allen südafrikanischen Ländern Links. Es besteht eine allgemeine Anschnallpflicht und natürlich gibt es vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeiten. Verkehrskontrollen und Geschwindigkeitsüberwachungen gibt es auch in Botswana. Gerade in den Kreuzungsbereichen vor den vielen kleinen Dörfern entlang der Durchgangsstraßen und vor den Grenzen wird mit "Laserpistolen" die Geschwindigkeit gemessen.

 

Es gelten nachfolgende Tempolimits:

innerhalb geschlossener Ortschaft: 60Km/h (Abweichungen auf 30 Km/h oder 40Km/h sind

möglich, deshalb auf die Beschilderung achten!)

außerhalb geschlossener Ortschaft: 120 Km/h auf Asphaltstraßen

80 Km/h auf Schotterstraßen

80 Km/h für Gespanne auf Asphaltstraßen

in allen Nationalparks: 40 Km/h

Prinzipiell sollte man die Geschwindigkeit immer den örtlichen Verhältnissen, der Tageszeit, der Fahrbahnbeschaffenheit und dem Wetter anpassen!

  • Teerstrassen sind nicht immer das, was man sich als Europäer davon verspricht. Mangelhafte Wartung und Pflege verwandelt Teestraßen gerade in den abgelegenen Regionen schonmal in mondähnliche Kraterlandschaften. Da können auf ewig langen Pistenabschnitten immer wieder große Teile der Teerdecke fehlen, oder von eimertiefen Schlaglöchern durchzogen sein.... Sonst lassen sich die Teerstraßen natürlich vergleichbar gut befahren wie in Deutschland. Eine einzige Ausnahme besteht nach Regenfällen. DIe fehlende Regenwasserkanalisation  kombiniert mit Tierdung, Pflanzenrückständen und Staub führt zur Bildung schmieriger Filme auf der Strasse. Die können ziemlich glatt sein. Nach Niederschlägen befinden sich natürlich noch mehr Tiere als sonst üblich auf den Straßen um aus den Pfützen zu trinken!

  • Schotter- und Lehmpisten bedeuten mitunter Schlaglöcher, Spurrillen, Wellblechpiste, Steinschlaggefahr und schlechte Sicht, weil durch voraus fahrende Fahrzeuge aufgewirbelte Staubfahnen über Kilometer in der Luft "stehen". Der lose Untergrund verlängert natürlich die Bremswege und führt bei höheren Geschwindigkeiten zu reduzierter Haftung auf der Piste. Entsprechend können Fahrzeuge mit hohen Geschwindigkeiten aus den Kurven getragen werden. Neben den sehr tiefen Schlaglöchern sind verlorene Teile von Ladungen, von Elefanten auf der Piste verteilte Baumreste, große Steinbrocken und metallische Überreste anderer Fahrzeuge die häufigsten Gründe für defekte Reifen, Windschutzscheiben, Achsaufhängungen und Ölwannen.

  • Tankstellen: So richtig viele Tankstellen gibt es in Botswana nicht. Ein Verzeichnis aller Tankstellen findet man auf der "Botswana Karte" von "Tracks4Africa" oder von Shell (z.B. beim Hupeverlag). Zum Glück liegen diese wenigen Tankstellen strategisch so verteilt, dass man eigentlich nie an Spritmangel leiden muss. Die Betonung liegt auf "eigentlich"...... Im Blog werden wir einige erlebte Beispiele aufzeigen, warum es für uns als Reisende wichtig ist, jede sich bietende Möglichkeit zum Tanken auch zu nutzen..... Wenn alles versagt lohnt sich eine Fahrt durch die umliegenden Dörfer oder zu den Farmern. Irgendwo findet man meistens ein paar Liter. Gerade die Farmer lagern den Diesel oft in 200 Liter Fässern für ihre Maschinen.

  • Reifendruck: Falscher Reifendruck kann zu Überhitzung des Reifens und damit zur Zerstörung dessen führen. Kontrollieren Sie den Reifendruck am besten einmal täglich vor Fahrtantritt. Dazu gehört natürlich auch eine Überprüfung der Reifenflanken auf Schäden durch Felsen, Wurzeln oder Dornen. Gelegentlich kann ein Absenken des Reifendrucks um 0,2 bis 0,5 Bar den Fahrtkomfort und die Fahrtsicherheit erhöhen. Allerdings sind die langen über hunderte von Kilometern führende Schotterpisten in Botswana praktisch ausgestorben.

  • Tiere: Sie müssen jederzeit bereit sein Tieren auf der Fahrbahn zu begegnen! In Bereichen von Dörfern und Städten sind dies bevorzugt Rinder, Ziegen, Esel, Hunde und Pferde, die sich zumeist ihrer Art entsprechend verhalten. Grundregel: Immer das Tempo reduzieren und größtmöglichen Abstand zu den Tieren halten. Nötigenfalls Fahrzeug zum stehen bringen.

  • Führerschein Um Verständnisproblemen mit Beamten und Zöllnern aus dem Weg zu gehen empfiehlt es sich ein internationalen Führerschein mitzuführen. Diverse Autovermieter bestehen schon bei Vertragsabschluß auf den internationalen Führerschein (die neuen Führerscheine, sowohl der „rosafarbene“, als auch die „Checkkarte“ werden nicht zwingend ohne internationalen Führerschein akzeptiert) .

  • Fahren bei Nacht Wenn möglich sollten Nachtfahrten immer vermieden werden. Botswanas Nächte (aber auch die in Namibia, Sambia, Zimbabwe und Co.) können Pechschwarz sein und selbst Fernlicht bringt dann nicht die gewünschte Helligkeit auf die Straße. Straßenbeleuchtungen gibt es so gut wie keine. Urplötzlich tauchen aus der Dunkelheit Hindernisse jeglicher Art auf der Fahrbahn auf. Dazu gehören nicht nur Tiere und Menschen sondern auch schlecht oder gar nicht beleuchtete Fahrzeug, die dann zumeist mit geringer Geschwindigkeit ihren Weg durch das Dunkle tasten. Es besteht eine erhebliche Unfallgefahr!

  • Verhalten bei Pannen und Unfällen Im Falle einer Panne bei der Sie sich nicht selber helfen können warten Sie unbedingt in der Nähe Ihres Fahrzeugs. Es ist Ihr Bett und es bevorratet Ihre Lebensmittel und Getränke. Selbst in den entlegensten Gegenden kommt zumindest alle paar Tage mal ein Fahrzeug durch. Ihr Auto bietet Ihnen Schutz, es ist groß genug um gesehen zu werden und sichert somit Ihr Überleben. Starten Sie gar nicht erst den Versuch zu Fuß Hilfe zu organisieren. Als einzelne Person, die sich im Busch Botswanas verirrt hat, haben Sie geringe Chancen zu überleben. Suchtrupps werden Sie spielend in der Savanne übersehen, die Raubtiere jedoch nicht. Warten Sie also auf alle Fälle am Fahrzeug und versuchen Sie derweilen möglichst genau festzustellen was am Fahrzeug defekt ist. Für viele Dinge kommt in Afrika ein Monteur zum Fahrzeug mit der Panne hinaus, um es vor Ort zu reparieren. Alternativ können Sie sich auch abschleppen lassen, was aber immer erheblich teurer wird. Hilfe bekommen Sie z.B. aus Maun (Riley´s Garage), Gweta, Nata, Ghanzi und anderen größeren Ortschaften. Reifen (Schläuche) werden auch in vielen Dörfern für ein paar Pula geflickt. Bestehen Sie nicht zwingend darauf, von einem vorbeifahrenden hilfsbereitem Fahrzeug abgeschleppt zu werden. Auf Asphalt ist das Abschleppen mit einem Seil niemals ein Problem, aber auf den teilweise tiefsandigen Nebenpisten würden Sie nicht weit kommen. Entweder wird das Seil reißen, oder Ihr „Retter“ gräbt sich selbst unrettbar in den Sand ein. Im besten Fall bleiben Sie beide einfach nur stehen, weil der Wagen Ihres Rettungsengels nicht kräftig genug ist um zwei Autos durch den Sand zu ziehen. Bitten Sie statt dessen die Besatzung eines hilfsbereiten Fahrzeugs darum, Ihnen Hilfe (einen Abschleppdienst oder einen Mechaniker) zu schicken. Bieten Sie ihrem Helfer schon aus Höflichkeit immer eine Entschädigung für seinen Aufwand an. Ist jemand unterwegs um für Sie Hilfe zu organisieren, warten Sie bitte entsprechend lange, selbst wenn drei Stunden später zufällig jemand kommt, der die Möglichkeit hätte, Sie abzuschleppen (zumindest müssen Sie sicherstellen, dass die vorzeitig für Sie organisierte Hilfe nicht umsonst kommt!). Solche Hilfsleistungen basieren in Afrika auf gegenseitigen Vertrauen, wenn dieses zu häufig enttäuscht wird, kommt eines Tages keine Hilfe mehr! Hat Ihre Verleihfirma eine bestimmte Vertragswerkstatt in Botswana, empfiehlt es sich den Wagen bei größeren Defekten auch dort reparieren zu lassen (Ihre Mietstation deckt diese Kosten ab! Sie sind nur für selbstverantwortete Defekte zahlungspflichtig. (z.B. bei Unfällen, Reifenschäden, Wasserschäden, durchgeschmorte Kupplung, etc.) Bei Unfällen verhalten Sie sich bitte so wie Zuhause! Leisten Sie erste Hilfe wann immer notwendig, bestehen Sie immer auf die Polizei (wegen dem Versicherungsschutz Ihres Leihwagens). Fotografieren Sie umgehend den Unfallort (oder filmen ihn auf Video) und sichern diese Dokumente für die Mietstation Ihres Leihwagens, bzw. für deren Versicherung. In ländlichen Gebieten wird keine Polizei zum Unfallort kommen. Diese dort tätigen Polizisten schreiben auch keine Unfallberichte (....?). Sie müssen den Unfall selber dokumentieren und dann später bei einer der größeren Polizeiwachen (z.B. Maun, Kasane, etc.) dokumentieren lassen. Für diese Dokumentationen erhebt die Polizei in Botswana faire Gebühren, die direkt an der Station zu bezahlen sind. Aufgrund der eigenwilligen Versicherungsregeln in Afrika verlassen Unfallgegener häufig spontan den Unfallort, weil sie im allgemeinen keinen Schadensersatz vom Unfallgegener erwarten (können....?) Bei Unfällen mit Wildtieren wird die Polizeiarbeit u.a. vom örtlichen Militär erledigt (BDF Botswana Defense Force). Versuchen Sie so schnell wie möglich Kontakt mit der Mietstation aufzunehmen. Hier sollten Sie schnelle, unbürokratische Hilfe und natürlich auch einen Ersatzwagen bekommen (zumeist gegen Gebühr).