Savuti

Die Savuti ist ein besonderes Fleckchen Erde in Botswana, weshalb ich hier ein wenig mehr Informationen zu geben möchte.

 

Im starken Kontrast zu den fruchtbaren Regionen des Chobe Fluss, des Moremis und des Linyantis stand über Jahrzehnte die karge, fast bizarre Trockenlandschaft der Savuti.

Das war und ist nicht immer so. Eigentlich wird diese Region von zwei verschiedenen Flüssen versorgt, die unzähligen Flußläufe die uns während der Dürre als tiefsandige Senken aufgefallen sind sprechen da eine klare Sprache. Der kleinere und unwichtigere Fluß führte immer nur periodisch Wasser. Aber der Namensgeber der Region, der Savuti war ein Fluß, der seit jeher unabhängig von Regen permanent Wasser führte und die Savuti Marsh zu einer fruchtbaren Überschwemmungs- und Sumpflandschaft formte.

Dann versiegte der Savuti immer wieder für viele Jahre und Jahrzehnte und verwandelte die einst fruchtbare Ebene in die dürre, karge Gras- und Buschsavanne, wie sich die Savuti zumeist ausserhalb der Regenzeit präsentiert.

Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass die Savuti einmal Heimat großer Wildherden, Hippos und Krokodile war. Eine einsame Palme im Herzen der Marsh ist ein stummer Zeuge jener fruchtbaren Zeiten. Größere Tierherden zogen nur noch während der Regenzeit durch die Savuti.

In den letzten Jahren haben die Niederschläge im südlichen Afrika  wieder deutlich zugenommen. Der Savuti führt seit einiger Zeit wieder kontinuierlich Wasser und die Marsh beginnt aufs neue zu ergrünen. Wenn dieser Zustand lange genug anhält, kommen irgendwann auch die Hippos zurück in die Savuti. Reisende, die die Savuti aus früheren Jahren kennen werden sich über den ungewohnten Anblick des wasserführenden Chanels und der üppiger werdenden Vegetation sicher genauso wundern, wie über die neue Brücke, die jetzt direkt beim Gamescout Camp über den Savuti führt. Sollte der Fluss irgendwann wieder versiegen, erlebt man die Savuti wieder nur während und im Anschluß an die Regenzeit in üppigen Grün.

Während der Dürren wurden 3 Wasserlöcher in der Savuti unterhalten, die dem wasserabhängigem Wild, den Elefanten und damit den Raubtieren eine Lebensgrundlage sicherten. Diese finden sich bei Harvey´s Pan, bei der Marabou Pan und eins in der Marsh.

Das Camp gehört zu den gut ausgestatteten Anlagen in Botswana. Zentrum des Camps ist eine festungsartig angelegte Sanitäranlage, die von hohen Schutzwällen gegen Elefanten umgeben ist. Jeweils drei Duschen, Toiletten und Waschbecken je Geschlecht stehen zur Verfügung. Solarstrom sorgt für Licht und warmes Wasser.

Die einzelnen Campspots verteilen sich rund um die Sanitäranlage. Der Boden im Camp ist sandig bis tiefsandig und stellenweise mit spitzen Steingeröll durchzogen. Zu den Campspots gehören gemauerte Koch- und Feuerstellen. Auf dem Gelände befinden sich diverse Wasserhähne, sicher vor Elefanten in Betonpyramiden oder Betonquardern versteckt. Bequeme Reisende lassen ihr Dachzelt geschlossen und buchen eine Campsite mit bestehendem Zelt.

 

Hinweis: Das Camp  wird wie eh und je von Elefanten heimgesucht und ab und zu sieht man verstörte Touristen in ihren Autos sitzen, während ein Elefant in ihrem Spül- oder Kochwasser planscht. Gelegentlich, während der ganz großen Dürren, wenn die Tiere echte Not in der Savuti leiden und die Wasserlöcher nicht vernünftig funktionieren, wird man auch mal von einem aufgebrachten Dickhäuter auf dem Weg von oder zu den Duschen ein wenig gejagt.....

Alles in allem ist die Savuti sehr aufregend und das Camp hat seinen eigenen abenteuerlichen Flair, den Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten.

 

Die Tierwelt Savuti´s wurde lange von Elefantenbullen dominiert, die sich ganztägig an den Wasserlöchern tummeln. Im weiten Umkreis um die Wasserlöcher herum lag ein dichter „Teppich“ aus Elefantendung. In Spitzenzeiten stehen 30 bis 40 Tiere an den kleinen Bohrlöchenr und auf den ausgetretenen Elefantenstraßen herrscht ein kontinuierliches Kommen und Gehen. Kleinere und größere Meinungsverschiedenheiten unter den Elefanten waren keine Seltenheit. Das wenige Wild, welches während der Trockenzeit in der Savuti verharrte(zumeist Gnus, Impala und verschiedene Großantilopen, selten Zebras und Giraffen) wartet manchmal stundenlang im Hintergrund auf eine Chance den eigenen Durst zu löschen. Den Löwen ging es genauso.

Neben den Elefanten ist die Savuti bekannt für ihre Löwenrudel und Hyänen. Während der Trockenzeit zerfällt die Rudelstruktur der Löwen. Als Einzeltiere und zu kleine Gruppen zersplittert führen sie ein nomadische Leben im Savutigebiet. Erst mit Ende der Trockenzeit und dem Einzug der großen Herden in die Mababe Depression reformieren sich die Rudel. Die einzige Ausnahme hiervon bildet ein besonderes Rudel, dass sich auf die Jagd von Elefanten spezialisiert hat. Jetzt, wo die sich die Marsh wieder in eine üppige Sumpflandschaft verwandelt bleiben immer mehr Herden immer länger in der Savuti. Nach und nach werden hier wieder alle Tiere zu sichten sein.

Der National Geographic hält eine ausführliche Dokumentation als Video und Zeitungsartikel zu diesem Rudel bereit.

Neben Schakalen und Bateared Foxes leben hier auch Geparde und Leoparden. Die scheuen und diskreten Großkatzen bevorzugen die weite Abgeschiedenheit der Marsh und der Depression. Kaum ein Tourist macht sich die Mühe die abgelegenen und fast nie befahrenen Pirschwege in der Tiefe des Landes zu erkunden. Hier finden die Tiere ihre notwendige Ruhe.

Aus der flachen Ebene der Savuti ragen sieben Felsmassive, die Gubatsa Hills über weite Ferne sichtbar hinaus. An diesen Felsen wurden rund 3.500 Jahre alte Felsmalereien entdeckt. Eine dieser Buschmannzeichnungen befindet sich an der östlichen Seite des Tsonxhwaa-Hill und ist öffentlich zugänglich. Vom Fuße des Felsens führt ein schmaler Fußweg hinauf zur Felsmalerei.

Historisches zur Savuti: Die Entstehung der bizarren, fast fossil anmutenden Landschaft mit ihren eigenwilligen Felsmassiven und den ausgedehnten Sandhügeln verdankt die Savuti der Existenz eines gigantischen Binnensees, der hier bis vor rund 30.000 Jahren das Land geformt hat.

Der Magkadigkadisee erstreckte sich über weite Teile des heutigen Okavango Deltas bis hinab zum Boteti und über das Gebiet der Magkadigkadi-Pfannen hinaus ins CKGR.

Sedimente dieses Sees bildeten den grauen, fruchtbaren Boden der Marsh. Die hohen Sandbänke im Westen waren einst das Ufer dieses Sees und die eigenwillige Form der Gubatsa Hills mit ihren schroffen Felsklippen auf der einen Seite und den rundlichen Formen auf der anderen Seite wurden so von dem Wellenschlag des Sees geschaffen.