Moremi GR

Das Moremi G.R. im wasserreichen Okavangodelta ist der Vorzeigenationalpark in Botswana.  Mit einer Fläche von fast 5000 Quadratkilometer Größe bietet er eine selbst für afrikanische Verhältnisse einzigartigen Artenvielfalt. Er ist gekennzeichnet durch üppige Vegetation, Überschwemungsgebiete mit Sumpflandschaften, Mopanewälder, Bushsavannen, Graßsavannen, weit verzweigte Netze aus Wasserläufen mit idyllische Lagunen und einsamen Inseln. Weite Teile des Parks werden jährlich bis zu zweimal überflutet. Einmal während der für Januar bis März typischen Regenzeit. Die zweite Überschwemmung erreicht das Delta in der Zeit von Juni bis Juli, wenn eine aus dem Benguela Hochland in Angola stammende Flutwelle zu erneuten Hochwasser im Okavango führt. Das Regenwasser benötigt für die rund 1.400 Km langen Distanz aus Angola bis in das Delta ca. 6 Monate.

In den letzten Jahren wurde im Moremi kräftig investiert. Im Zuge der Privatisierung entstanden und entstehen noch immer neue Sanitäranlagen in allen Camps. North Gate und South Gate wurden komplett neu erbaut, die alte immer wieder marode Brücke am Khwai durch eine Neue ersetzt.

Wer viele Jahre nicht im Moremi war wird sich wundern....

Für Reisende im Moremi G.R. gibt es eine wichtige Tatsache zu beachten: Der Moremi besteht aus weitläufigen Überflutungsgebieten mit nur wenigen Anhöhen. Es muss regelmäßig mit gefluteten Pisten und Wasserdurchfahrten gerechnet werden, die in der Regel nicht zu tief und ausserhalb bewaldeter Flächen auch nicht sumpfig-schlammig sind. Je besser ihr Reisefahrzeug für hohe Wasserstände ausgerüstet ist, desto angenehmer wird die Reise. Dies gilt insbesondere für die letzten Jahre und vermutlich auch für die kommenden Jahre, wo die Regenzeiten im südlichen Afrika derart Reich an Niederschlägen sind, dass Flüsse die seit Jahrzehnten als versiegt galten plötzlich wieder reissende Ströme sind. Die Mühlen in Botswana mahlen mitunter langsam, aber mit der Zeit wird an allen Stellen, wo die ungewohnten Wassermassen den Tourismus behindern Abhilfe geschaffen.

Wer momentan maximale Hochwasserpegel im Delta umgehen will bevorzugt den Zeitraum September - November für seine Botswana Reise. Die Regenzeit liegt dann viele Monate zurück. Das gleiche gilt für die jährliche Flutwelle aus Angola. Trotzdem werden sie noch genug geflutete Pisten vorfinden. Wer sich generell nicht mit den Wassermassen auseinander setzen will, sollte den Moremi, die Savuti und den Chobe Fluss aktuell meiden, oder einen Tourguide samt Auto engagieren. Alternativ geht natürlich auch ein "FlyIn Lodge Aufenthalt" - bei deutlich höheren Kosten.

Anreise ab Maun:

Die 46 Km bis Shorobe sind asphaltiert und lassen sich gut befahren. Danach geht die Strecke zuerst in eine gut befahrbare Schotterpiste über und ab dem Veterinärzaun wird die Strecke zunehmend sandiger und lässt sich abhängig von der Jahreszeit nur noch mäßig befahren. Das Makwee Gate (South Gate) des Moremi erreichen Sie nach einer Gesamtreisedistanz von ca. 95 Km. Die zu kalkulierende Fahrtzeit liegt bei 1 ½ bis 2 Stunden. Ab South Gate sind es nach Third Bridge oder Xakanaxas jeweils ca. 50 Km für die Sie weitere 1 ½ Std. Fahrtzeit kalkulieren sollten. Für die 30 Km zum North Gate brauchen Sie ca. 1 Stunde Fahrtzeit. (die Fahrtzeiten gelten für trockene, schlammfreie Pisten ohne Wasserlöcher)

unten: Das alte South Gate vom Moremi.....

 

Die Campsite am South Gate liegt unmittelbar hinter dem Eingang im dichten Mopane Wald und verfügt über neue Duschen und Toiletten. Es eignet sich gut zur Übernachtung, wenn man den Park erst spät am Nachmittag erreicht. Der südliche Teil des Parks wird gerne übersehen, weil er durch den dichten Baumbestand wenig tiefen Einblick in das Land gewährt. Aber auch in dieser Region ist Wildreich und es leben Wildhunde, Geparden, Löwen und Leoparden im Umland, die dem Camp gelegentlich einen Besuch abstatten.

 

 

Anreise ab Kasane / Savuti:

Aus dem Norden kommend durchqueren Sie den Chobe NP (Savuti Region). Vom Campsite Savute zum North Gate sind es ca.160 Km über mitunter tiefsandige Passagen und teilweise harten, ausgewaschenen Lehmboden, der sich zur Regenzeit in bodenlose Schlammpisten verwandeln kann und nach dem erneuten austrocknen durchaus mit einer Kraterlandschaft vergleichbar ist. Kalkulieren Sie zwischen 2 und 4 Stunden Fahrtzeit. Im weiteren Verlauf ist die Piste gerade während und direkt nach der Regenzeit, sowie nach der Flut im Bereich zwischen Kwai Village und Mababe Village (entlang des Kwai Rivers) wegen Überschwemmungen und tiefer Matschpassagen sehr schwer oder garnicht befahrbar.

Dann bleibt nur die Piste ab Mababe Village ausserhalb der Parkgrenzen in Richtung Maun um dann über das South Gate in den Park zu gelangen.

 

Tankstellen und Versorgungsmöglichkeiten stehen nur in Maun und Kasane zur Verfügung.

 

Im Kwai Village (North Gate) existiert ein kleiner Verkaufsladen, wo man ggf. ergänzend dazu kaufen kann (ohne Garantie). Besser Sie bevorraten sich ab Maun oder Kasane mit ausreichend Lebensmitteln und Treibstoff (für mindestens 750 – 1000 Km Reichweite).       Shop am North Gate Moremi / Khwai Village

 

Innerhalb des Moremi treffen Sie auf unterschiedliche Streckenqualitäten.  Echte Tiefsandpassagen existieren nur auf dem Weg von South Gate nach Third Bridge und in der Region um Third Bridge bis rüber nach Fourth Bridge. Sonst sind die Wege eher von sandig-lehmigen Charakter. Von Fourth Bridge über Xakanaxa und entlang des Kwai ist die Landschaft oft von Überschwemmungen betroffen, so das sich gelegentlich Teile des Weges in Schlammpisten verwandeln oder unter Wasser stehen können.

Überflutete Landflächen zwischen Fourth Bridge und Xakanaxa

Je nach Jahr und Niederschlagsmengen sind mehr oder weniger große Gebiete der Third Bridge-, Xakanxa- und North Gate Region überflutet. Im Laufe der Jahre hat sich zwecks Umgehung von Überschwemmungsgebieten ein Wegenetz gebildet, dass auf keiner Karte eingezeichnet ist....

Wenn man über keine hochgelegte Luftansaugung (Snorkel) am Auto verfügt, muß man vor der Durchfahrt von gefluteten Piste immer zu Fuß die Wassertiefe ausloten. Bei fast allen Leihfahrzeugen haftet der Mieter für Wasserschäden.....

Die verfügbaren Karten der Region (Shell Map Moremi, Tracks4Africa)) geben gute Hinweise auf das Pirschwegenetz. Manchmal findet man mehr Wege, als in den KArten verzeichnet sind...... Kein Problem, den gerade in Botswana gilt: Alle Wege führen nach Rom....., was bedeutet, dass alle Pisten irgendwann wieder auf die Hauptpiste zurück führen.

Jede Campsite im Moremi hat ihren eigenen Reiz und wird durch ein anderes landschaftliches Bild geprägt. Sie sollten in jedem Fall mindestens eine Übernachtung pro Campsite bei Third Bridge, Xakanxa und North Gate einplanen um die Regionen mit Ruhe erkunden zu können.

 

Third Bridge

 Die 3. Brücke im Moremi

Nach dem passieren des South Gates halten Sie sich an der ersten Abzweigung links. Die ersten Kilometer der Strecke sind landschaftlich durch Mopanewald und dichten Busch gekennzeichnet. Der Weg ist kurvenreich, teilweise eng und unübersichtlich. Es gibt sehr viele tiefe Löcher in der Strecke, die sich während der Regenzeit in kleine „Seen“ verwandeln können. Zu allen diesen Löchern gibt es Umfahrungen, die sie während der Trockenperiode nicht nutzen müssen (der Anblick der Löcher ist viel schlimmer, als sie sich wirklich fahren lassen). Der Lehmboden wird jetzt immer öfter von unproblematischen, sandigen Passagen unterbrochen.

Nach ca. 16 Km geht rechts eine weitere Piste ab. Es ist die Bodumatau Road, die Sie um die gleichnamige Lagune herumführt und bei Fourth Bridge wieder auf den Hauptweg zurück bringt. In den meisten Jahren werden Sie die Lagune nicht als solche erkennen, da kein Wasser darin steht. So lange die Lagune „trocken“ ist, gibt es wie immer wesentlich mehr Wege als auf irgendeiner Karte eingezeichnet sind. Entweder führen Sie auf den Hauptweg zum Camp zurück oder sie treffen wieder auf die Straße nach Forth Bridge. Halten Sie sich hier links auf dem Hauptweg um auf dem direkten und besser (und häufiger) befahrenen Weg Richtung Third Bridge zu bleiben.

Sie werden zwei Brücken passieren (oder während der Dürren auch daran vorbei fahren), es sind die First – und die Second Bridge. Jetzt sind Sie auf dem eigentlichen Mboma Island und auch wenn es Ihnen in den trockenen Jahren nicht direkt bewusst wird, Sie befinden sich auf einer von Sümpfen umgebenen Insel und je nach Wasserstand im Delta müssen Sie tatsächlich die Brücken nutzen um Third Bridge zu erreichen. Direkt hinter der zweiten Brücke gabelt sich der Weg. Geradeaus folgen Sie der Hauptstrecke zum Camp. Links zweigt der „Southern Loop“ ab, der später in den „Northern Loop“ übergeht und Sie um das ganze"Insel" herumführt. Wenn Sie mehr als eine Übernachtung in Third Bridge haben, sollten Sie die beiden Loops und ihre Nebenweg einmal in Ruhe befahren. Sie werden hier genauso wie in anderen Teilen des Moremi wesentlich mehr Wege zum befahren finden, als im Kartenmaterial eingezeichnet sind! Es handelt sich zumeist um Parallelstrecken und abgeschlossene Loops, die zu Zeiten entstanden sind, als die eigentlichen Wege vorrübergehend überflutet waren. Manchmal lässt sich nicht mehr unterscheiden, welches der Originalweg ist, oder auch nicht. Da immer wieder neue Wege entstehen und alte von der Natur zurückerobert werden, ist ihre kartographische Erfassung sehr schwierig. Egal welchen Weg Sie fahren, früher oder später führt er wie immer in Botswana auf einen Hauptweg zurück.

 

Ein GPS Gerät kann hilfreich bei Seite stehen. Mitunter reicht ein einfaches Handgerät, wie es sie z.B. von Garmin gibt. Sie können es zur Verfolgung Ihres Weges nutzen und finden immer wieder zum Start Ihrer Reise zurück, oder Sie geben Zielkoordinaten ein und können so jederzeit feststellen, ob Sie dem gewählten Ziel näher kommen oder nicht.....

 

South- und North Loop auf Mboma Island bieten ein ausgesprochenes Kontrastprogramm. Zeigt sich der Süden während der Trockenzeiten eher karg und trocken mit spärlichen Bewuchs, präsentiert sich die nördliche Vegetation zunehmend üppiger und verwandelt sich nach und nach in ein ausgesprochenes Sumpfland, bei der die Fahrspur rechts und links von hohem Sumpfgras und Papyrus gesäumt wird und kein Einblick in die Landschaft oder die Sümpfe möglich ist. Zudem ist hier selbst in den trockenen Jahren immer mit Wasserdurchfahrten auf schlammigen Grund zu rechnen.

 

Folgen Sie bei Second Bridge weiter dem Hauptweg zum Camp. Das Land öffnet sich zu beiden Seiten in eine weite Gras- und Buschsteppe. Der Weg wird zunehmend sandiger und weist teilweise schwierige Tiefsandpassagen auf. Zu Ihrer rechten Seite finden Sie mehrere Senken (Pfannen), die auch mit Wasser gefüllt sein können. Nach insgesamt fast 50 Km erreichen Sie das einsam abgelegene Camp bei Third Bridge. Es gibt einige großzügig verteilte liegende Campingplätze. Dank der ausladenden und hohen Bäume verfügen die meisten über reichlich Schatten. Die Sanitäranlagen wurden in 2009 erneuert.  Das Camp hat seinen Namen von der „dritten Brücke“ (Third Bridge) die vor dem Campspot Nr. 1 über den Sekiri führt. Keine Sorge, die manchmal marode aussehende Holzkonstruktion trägt auch größerer Lkw!

Das klare Wasser und der saubere, sandige Boden laden zum Baden ein. Es gibt eindeutige Warnschilder......, entscheiden Sie selbst, ob es die Erfrischung wert ist.

Das Camp ist nicht nur unter den Parkbesuchern sehr beliebt und entsprechend gut besucht, auch die Affen (vor allem die Paviane) fühlen sich hier wohl und können zu einer echten Plage werden. Abends und Nachts wird das Camp regelmäßig von Hyänen besucht, die vor allem an dem Inhalt der Mülleimer interessiert erforschen. Elefanten- und Flusspferdbesuche gehören ebenfalls zur Regel. Neben dem Northern- und Southern Loop bietet die Third Bridge Region in Richtung Xakanxa bis ungefähr zur Forth Bridge ein vielfältiges Wegenetz an, dass Sie zur Tierbeobachtung nutzen können. Wenn Sie die Brücke überqueren passieren Sie auf der linken Seite ein (zumeist unbesetztes) Büro der Parkranger. Ein paar Meter danach zweigt ein Weg nach links, der Sie in den Zeiten der Trockenheit dicht an der Uferzone der Sümpfe vorbei zu einer wunderschönen Lagune führt, in der Sie abends traumhafte Sonnenuntergänge erleben können. Wenn Sie dem Weg im Verlauf nach rechts folgen und immer eine möglichst östliche Richtung halten, passieren Sie kleine Mopanewälder, Gebiete mit totem Wald, kleine Pfannen und erreichen später eine offene Grasfläche in der Nähe von Forth Bridge.

Hier konnten wir immer wieder wieder Leoparden beobachten. Die vielzähligen kleinen Wege dieser Region sind teilweise tiefsandig und führen früher oder später wieder auf den Hauptweg nach Forth Bridge zurück. Diese Region ist klassisches Flutland und steht nur während der trockenen Jahre für Game Drives zur Verfügung.

 

Um ein Leopardenerlebnis nicht gänzlich dem Zufall zu überlassen, empfiehlt es sich früh morgens, möglichst als erster in den vermuteten Lebensraum vorzudringen und auf Spurensuche zu gehen. Die diskreten Jäger bevorzugen bestimmte Lieblingsschlafplätze, wo sie den Tag verbringen. Ihre Spuren helfen uns so das Gebiete unserer Suche einzugrenzen. Wir selber sind  oft schon tagelang den Spuren eines Leoparden gefolgt und fanden dann endlich unser „Phantom“ nicht wie erwartet in einem Baum, sondern im Schatten eines dichten Dornenbusches!

In der Nähe der vierten Brücke eröffnet sich auch ein ausgedehntes Wegenetz zur rechten Seite. Es handelt sich häufig um einzelne in sich geschlossene Loops. Sie finden hier verschiedene, kleinere Pools an denen sich immer Wasservögel und Wasserböcke beobachten lassen.

Hier endet auch die eingangs beschriebene Bodumantau Road, die wir selber noch nie komplett gefahren sind, weil Wasser den Weg unpassierbar machte....

Wie jedes Camp im Moremi, hat auch Third Bridge ein eigenes Löwenrudel. Selten werden Sie das ganze Rudel als Einheit zu sehen bekommen. Mangels großer Herden, wie man sie von Ostafrika kennt, zwingt das regionale Nahrungsangebot die Jäger sich in mehrer, kleinere Jagdgemeinschaften aufzuteilen. In den ausgedehnten, grünen Weiden nahe Forth Bridge gibt es auch in der Trockenzeit noch genug Antilopen, um die Löwengruppen an diese Region zu binden. Mit ein wenig Glück erspähen Sie die faulen Katzen beim morgentlichen Sonnenbad im Gras.

 

In der Third Bridge Region können ganzjährig verschiedenste Antilopenarten, Wasserböcke, Giraffen, Elefanten, Paviane, Meerkatzen, Zebras, Hyänen, Flusspferde, Löwen, unzählige Vogelarten, Krokodile, Warane und Leoparden beobachtete werden. Während der Regenzeit und den Flutüberschwemmungen werden auf Mboma Island auch regelmäßig große Büffelherden gesichtet.

Seit einiger Zeit hat sich in der Lagune hinter dem Camp ein privater Anbieter für Bootsfahrten etabliert.

 

Dead Tree Island

  Abgestorbene Bäume prägen das Bild auf Dead Tree Island

Zwischen Forth Bridge und Xakanaxas ist zur linken Hand eine Region, die in den Karten als "Dead Tree Island" verzeichnet ist. Sie ist geprägt durch ausgedehnte Überflutungsgebiete. Einst gab es hier einen üppigen Mopanewald, der nach Langzeitüberflutungen zugrunde ging. Zurück blieben die charakerristischen toten Baumstümpfe von unterschiedlicher Länge, die der Region ihren Namen gaben. Wenn der Wasserstand im Delta niedrig ist präsentiert sich Dead Tree Island mit einer einzigartigen, bizarren Kulisse aus kleinen Pools, Lagunen, ausgedehnten Sandfeldern und einer üppigen nach Überflutungen sich rasch regenerierenden Vegetation. Diese Region ist bekannt für ihren Artenreichtum an Vögeln und Reptilien. Dead Tree Island kann je nach Regenintensität im südlichen Afrika für Jahre dauerhaft überflutet sein und steht dann leider nicht für Erkundungen zur Verfügung.

 

 

 

 

 

Xakanaxa

Von Third Bridge kommend fahren Sie die ca. 6 Km lange Sandpiste nach Fourth Bridge und folgen dem Hauptweg für weitere 5 Km. Hier erreichen Sie eine Gabelung. Der rechte Weg führt Sie erst zum Xakanaxa Airstrip (ca. 3 Km). Wenn Sie dort links abbiegen erreichen Sie nach weiteren 3 ½ Km das Campsite.

   Xakanaxa Airstrip

Der linke Weg an der Gabelung verläuft durch Gebiete, die durch regelmäßige Überschwemmung gekennzeichnet sind und führt Sie nach ca. 8 Km vorbei an alten Safari Lodges zum Campside. Je nach Jahreszeit und Wasserstand im Delta sind weite Teile des Gebietes durch das der linke Weg verläuft derart überflutet, dass diese Strecke nicht, oder nur schwer befahrbar ist. Ähnliches gilt aber auch für den rechten Weg. Selbst wenn sich das Wasser nach der Regenzeit oder nach der Flut wieder zurückgezogen hat bleiben hier oft über Wochen und Monate riesige Pools zurück, die weite Teile des Weges überfluten. Keine Sorge, es wird sich immer eine Umfahrung des Wassers finden, oder eine seichte, ungefährliche Wasserdurchfahrt.

Tipp: Erkundigen Sie sich am Gate nach dem Zustand der Wege! Hier teilt man Ihnen mit welche Wege wegen Hochwasser gesperrt sind und welche Wege überflutet aber trotzdem befahrbar sind. Überschwemmte Wege gehört zum normalen Bild der Region zwischen Third Bridge über Xakanaxa bis hin zum North Gate. Oft ist das Wasser nicht tiefer, als ein Reifen hoch ist und lässt sich mit  geringer Geschwindigkeit  gut befahren!

 

 

 

   

 

Manches Jahr ist der Weg zwischen Fourth Bridge und Xakanaxa für viele Monate unpassierbar. Es bleibt Ihnen dann nichts anderes übrig, als von Third Bridge zum South Gate zurück zu fahren und von dort die direkte Strecke nach Xakanaxas zu wählen (Im schlimmsten Fall ist die ganze Region überflutet und das Xakanaxas Campside komplett geschlossen! Dann werden alle Übernachtungen auf  South Gate, Third Bridge und North Gate umverteilt!)

Vom South Gate aus kommend erreichen Sie Xakanaxa über die zweite Gabelung nach links (die erste führt nach Third Bridge). Der Weg schlängelt sich durch dichteren Mopanewald. Die Streckenqualität ist erträglich. Lehm- und Sandboden wechseln sich ab. Es gibt nur wenige tiefere Sandpassagen, die keine Probleme bereiten. Nach rund 42 Km erreichen Sie den Xakanaxas Airstrip und nach weiteren 3 ½ Km die Campside. Die gesamte Strecke lässt sich in 1 bis 1 ½ Stunden bewältigen.

Von North Gate aus kommend gibt es eine direkte Verbindung nach Xakanaxas, die entlang der Dombo Hippo Pools führt (diese wird unter dem Stichpunkt North Gate näher beschrieben).

Das Camp bei Xakanaxas  liegt auf einer kleinen, erhobenen Landzunge direkt an der Xakanxas Lagune.

Die einzelnen Campspots verteilen sich nacheinander entlang des Ufers der Lagune und verfügen über eigene, gemauerte Feuerstellen mit Grillrost. Teilweise gibt es Tische und Bänke aus Stein. Die sanitären Anlagen wurden renoviert und sind im allgemeinen recht gepflegt.  Je nach dem welchen Campspot Sie zur Übernachtung zugeteilt bekommen haben ist der Fußweg zu den Duschen relativ lang. Die entlegeneren Spots verfügen über zentrale, zusätzliche Wasserhähne. Xakanaxas ist das einzige Camp, wo man weitestgehend von den Affen verschont wird. Neben einer üppigen Vogelwelt sind im Camp viele unterschiedliche Nagetiere zu Hause. Aufgrund der Nähe zur Lagune gehören Besuche einzelner Elefanten und Flußpferde zu Standart. Hyänen und andere Jäger durchstreifen das Camp gerne bei Nacht.

 

Die Xakanaxas Region verfügt über ein dichtes, reichhaltiges Netz an Pirschwegen, die häufig durch Wald führen und während der Regenreichen Jahre immer wieder schlammige Fuhrten aufweisen. Die Tiere zeigen relativ wenig Scheu. Neben einer Vielzahl von Wasserantilopen, Impalas, Elefanten, Giraffen, Krokodile, Warane und Flusspferden bestehen gute Möglichkeiten Löwen, Wildhunde und Leoparden zu sichten. Ornithologen kommen hier mit Sicherheit nicht zu kurz.

Die wechselnden Wasserstände im Delta verändern das Bild der Region häufig. Dichter Wald wechselt mit parkähnliche Graslandschaften, ausgedehnten Riedgrasflächen und sumpfigen Lagunen. Viele Pirschwege, die im gängigen Kartenmaterial verzeichnet sind lassen sich oft wegen der Überschwemmungen nicht befahren. Dafür finden Sie ebenso viele Pirschwege, die in keiner Karte verzeichnet sind. Haben Sie Mut und folgen Sie diesen unbekannten Wegen. Früher oder Später führen sie auf die bekannten Hauptstrecken zurück. Die meisten Pirschwege finden Sie im Gebiet zwischen den Camp und Fourth Bridge.

Zusätzlich gibt es auf dem (alten) Weg zum North Gate eine wunderschöne Region, die als Paradise Pools ausgeschildert ist. Vom Airstrip aus sind diese ca. 3 Km entfernt. Auf der Shell Map „Moremi“ sind diese als Goma-oro und Kai-oro Pool eingezeichnet. Aus dem dichten Wald kommend öffnet sich hier eine reizvolle Graslandschaft durchzogen von kleinen Tümpeln. Lassen Sie sich nicht von der Einsamkeit täuschen. Hier leben u.a. Leoparden und Löwen durchstreifen das Gebiet auch sehr gerne!

 

An das nördliche Ende der Campside gliedern sich mehrere Lodgebetriebe an, die nicht immer alle in Betrieb sind. Hier besteht auch die Möglichkeit Teile der Lagune mit dem Boot zu erkunden.

 

North Gate

  Die Piste von Xakanaxa nach North Gate führt durch Mopanewälder

Vom Xakanaxas Camp kommend umfahren Sie den Airstrip. Der (alte) Weg verläuft entlang den Paradise Pools und den Dombo Hippo Pools zum North Gate. Die ca. 45 Km lange Strecke führt weitgehend durch Mopanewald. Sie besteht durchweg aus Lehm- und Sandboden und ist durch häufige Überschwemmungen gekennzeichnet und desshalb mitunter langjährig geschlossen.

Nach ca. 18 Km kommt auf dieser Strecke der sogenannte Mophiti Drift. Hier sind Teile des Weges eigentlich immer mehr oder weniger Dauerüberflutet. Schon vor mehr als 10 Jahren wurde an dieser Stelle mit dem Bau einer weiteren Brücke begonnen um die tiefsten Wasserpassagen zu überspannen. In ferner Zukunft wird diese Brücke wohl mal als „Fifth Bridge“ in den Karten geführt werden. Rechts und links zweigen immer wieder schmalerer Wege in den Wald ab. Ursprünglich waren dies Umgehungen von Überflutungen, die später auch zum Pirschen genutzt wurden. Nach ca. 25 Km erreichen Sie auf der linken Seite die ersten Abzweigungen zu den Hippo Pools und einem wunderschönen alten Baobab. Es folgen weitere Abzweigungen die alle das gleiche Ziel ansteuern. Von hier aus gibt es ein ausgedehntes Pirschwegnetz, das bis zum North Gate parallel zum Hauptweg führt, aber abhängig vom Wasserstand im Delta nur eingeschränkt genutzt werden kann. Nach ca. 43 Km erreichen Sie auf dem Hauptweg die direkte Verbindung zwischen North Gate und South Gate zur linken Seite erreichen Sie nach einigen Kilometern die Campsite direkt am River Khwai.

Da diese direkt Piste von Xakanaxas zum North Gate viel zu oft Dauerüberflutet ist, wurde weiter landeinwärts eine Paralellschneise durch den Mopanewald getrieben, die so weit von den Überflutungsgebieten fern liegt, dass man immer "trocken" zum North Gate kommt. Sie ist bei weiten nicht so reizvoll, wie die traditionelle Piste, dafür aber sehr zügig zu befahren. Hinter den Hippo Pools vereinigt sie sich wieder mit der alten Piste.

Sie erreichen diese neue Verbindung wenn Sie vom Airstrip in Richtung South Gate Fahren. Nach ein paar Kilometern geht nach links die neue Verbindung ab.

Wildhunde auf der Piste von Xakanaxa nach South Gate

 

Vom South Gate kommend fahren Sie die ungefähr 35 Km lange Piste fast schnurgerade bis zum Khwai. Der Weg lässt sich anfangs sehr zügig befahren, ändert dann aber sein Erscheinungsbild und ist geprägt von tiefen Auswaschungen und Spurrillen, die einige Konzentration und häufiges Wechseln der Gänge verlangen.  Nach der Regenzeit stehen hier oft gewaltig tiefe Wasserlöcher in der Piste. Nach einer guten Stunde erreichen Sie auf der rechten Seite die Campsite. Zuvor kreuzten von Links die Verbindungspiste nach Xakanaxa und von rechts einige Pirschwege ihre Piste.

Von Savuti/vom North Gate aus kommend überqueren Sie den Khwai auf einer neuen solide wirkenden Holzbrücke, die direkt neben der alten verotteten Brücke errichtet wurde. Nach langen Trockenzeiten fragt man sich ernsthaft, wofür es an dieser seichten Stelle überhaupt eine Brücke über das flache, steinige Flussbett gibt. Aber in der Regel bildet der Khwai immer ein kleines Rinnsal. Während der Regenzeit und zu Zeiten der Flutwelle im Juni / Juli steigt der Wasserstand sogar so drastisch an, dass selbst die Brücke zeitweise überflutet ist! Direkt hinter der Brücke liegt die Campsite auf der linken Seite.

 

Die ausgedehnte Anlage verfügt über viele Campspots, die zum Teil am Ufer des Khwai liegen.  Sanitäranlagen stehen genauso zur Verfügung, wie diverse extra Wasserhähne, die auf dem Gelände verteilt zu finden sind. Es ist die größte Campsite im Moremi Game Reserve. Einige der Campspots verfügen ähnlich wie die in Xakanaxa über gemauerte Feuerstellen, sowie über Tische und Bänke aus Stein. Leider fühlen sich die Affen hier beinahe so wohl wie in Third Bridge, plündern die Mülleimer, scheuen sich nicht davor auf dem Wagen herumzuspringen, stehlen Nahrung und Ausrüstungsgegenstände und schlafen in den Baumkronen über den einzelnen Campspots (Verunreinigung von Tischen, Stühlen und Ausrüstung durch Affenkot und Urin!). Manchmal kann man sich nur durch den Einsatz einer Steinschleuder oder eines Knüppels den nötigen Respekt und die damit verbundene Ruhe vor den Plagegeistern verschaffen.

Der Pflege- und Wartungszustand des Camps ist von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Weshalb ich auf eine genauere Beschreibung verzichte.

 

In der North Gate Region lassen sich vor allem Wasserantilopenarten, Impalas, Flusspferde, Zebras, Elefanten, Büffel, Giraffen, unzählige Vogelarten, Löwen, Hyänen, Wildhunde, Leoparden und auch der Gepard sehr gerne beobachten. Neben dem üppigen Netz an Pirschwegen innerhalb des NP´s sollten Sie auch unbedingt ein wenig Zeit aufbringen um ausserhalb des Nationalparks im Verlauf des Khwais auf dem Weg nach Savuti zu pirschen. Manchmal trifft man hier auf mehr Wild als innerhalb des Parks! (Es ist kein Problem den Park für ein paar Stunden zu verlassen. Erklären Sie dem  Gamescout am besten, dass Sie Ihre Vorräte an Getränken oder ähnlichem im Shop des Dorfes auffüllen müssen)

 

Pirschwege: Zu beiden Seiten des Camps gibt es entlang des Khwai ein ausgedehntes Netz an Pirschwegen. Die Wasserfront (das Ufer) wird sofern nicht überflutet eindeutig den Pirschwegen im dichteren Buschlandbevorzugt. So dass sich gerade scheuere Tiere in dieser häufig befahrenen Region eher selten blicken lassen. Die Pirschwege, die weiter im Landesinneren liegen (Sepanyane Road, Makgapha Road, etc.) führen durch dichten Mopanewald und Dornenbusch. Obwohl diese Pisten in allen Karten als gute Strecken eingezeichnet sind, stellen sie in manchen Jahren das genaue Gegenteil dar. Hier fahren hier so wenige Fahrzeuge her, dass sich die Natur die Pisten gerne zurück erobert..... Hier werden Sie nur selten auf große Herden Wild stoßen, dafür haben Sie größere Chancen auf seltene und scheue Tiere zu treffen.

Rechts und links der Campsite öffnet sich die Wasserfront des Khwai mit offenem, weitläufigen Bushland und Mopanewäldern. Gelegentliche Wasserdurchfahrten gehören zur Flussnähe einfach dazu.

 

 

 

 

 

 

Unser Tip: Die Region um den Dombo Hippo Pool ist wahrscheinlich interessanter, als der Pool selber! Der vielgepriesene Aussichtsstand am Pool verrottet und die Toiletten funktionieren eigentlich nie. Wartungen und Renovierung finden so ungregelmäßig statt, dass ich nie die Hand dafür ins Feuer lege, ob der Aussichtsstand im kommenden Jahr noch steht oder nutzbar ist......

Die Flusspferde halten sich gerne weit vom Aussichtstand entfernt auf,  so das nur leistungsstarke Ferngläser und Teleobjektive die Tiere in Szene rücken. Die Sonnenuntergänge am Pool sind legendär und ein wahrer Traum. Die weitläufige Region um den Pool herum beherbergt aber auch ein eigenes Löwenrudel und ist die Heimat diverser Leoparden!

Beide Tierarten bekommt man erfahrungsgemäß nur dann zu sehen, wenn man das Gebiet mit Ruhe ausgiebig erkundet und nicht nur mal eben zum Pool fährt und wieder zurück (Die Kreuzung zu den Hippo Pools erreichen Sie vom Khwai Camp aus in Richtung Xakanaxas nach ca. 12 Km).