Leben und Schlafen im afrikanischen Bush

Purer und ursprünglicher als mit dem Geländewagen und einem Zelt lässt sich Afrika kaum entdecken. Fernab der menschlichen Zivilisation und den Errungenschaften moderner Zeiten wird man Teil der Savanne.

Die nachfolgenden Regeln und Grundsätze gelten in den meisten südafrikanischen Staaten und dienen weitestgehen ihrer persönlichen Gesunderhaltung und dem Schutz der Natur.

 

Wichtige Grundregeln:

  • freies (wildes) Campen ist generell nicht erlaubt! Innerhalb der NP´s dürfen Sie nur in den dafür vorgesehenen Camps übernachten. Außerhalb der NP´s ist campen nur auf privatem Grund gestattet (die Zustimmung des Eigentümers vorrausgesetzt)
  • niemals im Freien ohne Zelt schlafen, Zelt immer gut verschließen
  • Feuerstellen mit ausreichend Abstand zur Vegetation errichten, beim Verlassen des Camps und vor der Nachtruhe Feuer unbedingt löschen
  • Keine Ausrüstungsgegenstände unbeaufsichtigt herumliegen lassen
  • Nahrungsmittel immer in Boxen im Fahrzeug aufbewahren
  • Immer ausreichend Trinkwasser und Nutzwasser mitführen

 

Campingmöglichkeiten:

Alle Nationalparks verfügen über eigene Camps in denen man nach Vorreservierung oder Buchung übernachten kann. Aufgrund der Größe der einzelnen Parks empfiehlt es sich Übernachtungen den in unterschiedlichen Camps des Parks zu planen. Die Camps sollten vor Reiseantritt bei den zuständigen Betreibern reserviert werden. Die meisten Camps verfügen theoretisch über Duschen, Toiletten und fließendes Wasser. In Mabuasehube und im CKGR kann nur an den Gates und den Scout Camps der Rangern geduscht werden! Die Parks der südlichen Regionen haben oft keine Wasserstellen in den Camps. Wasservorräte werden bei den Rangern oder an der Tankstelle aufgefüllt. Die Camps in den südlichen Nationalparks verfügen oft über keinerlei sanitäre Anlagen, oder haben nur "Plumpsklos".

Wir möchten betonen, das die sanitären Anlagen in den Nationalparks und die Möglichkeit sich mit Wasser zu bevorraten nicht immer im vollen Umpfang zur Verfügung steheen. Defekte Pumpen und Leitungssysteme, häufig durch Ersatzteilmangel oder die Kraft der Elefanten herbeigeführt, können für Wochen und Monate zum Ausfall der Sanitären Anlagen führen!

Wir haben solche Fälle selber oft genug erlebt und können jedem Reisenden nur zu eigenen Frischwasservorräten raten..

Das prominenteste Camp bei den von Elefanten zerstörten Sanitäranlagen dürfte wohl Savuti sein. Hier wurden die sanitären Anlagen seit dem einsetzen der Dürre in den 80ern schon mehrfach von Elefantenherden niedergerissen. Über Jahre hinweg gab es im Savuticamp nur einen einzigen, funktionstüchtigen Wasserhahn! Das Problem wurde dann Ende der 90er mit dem Neubau "befestigter" Sanitäranlagen behoben. Resultierend aus den Erfahrungen der Jahrzehnte davor sind die neuen Duschen festungsartig hinter hohen Steinwällen geschützt worden. Von Norden und Süden gibt es jeweils einen Eingang, die sich wie eine Schießscharten verjüngen und so das Eindringen von Elefanten verhindern.   

 

Außerhalb der NP´s dürfen Sie nur auf privaten Grund übernachten. Natürlich gibt es auch private Campingplätze, wo sie für kleines Geld einen Platz zum Schlafen und die notwendigen sanitären Einrichtungen finden. In und um Maun (aber auch in Ghanzi, Kasane, Franzistown) herum finden Sie sogar ein sehr dichtes und gutes Angebot an Campingplätzen, die zusätzlich über Restaurationen und andere Comfortzonen, wie z.B. einen Pool oder eine Bar verfügen. In Maun kann man schon ab einem 1US$ pro Nacht übernachten. Einige der Camps organisieren eigene Safaris und Mokorofahrten in die unterschiedlichsten Regionen Botswanas.  Über solche Camps in Maun lässt sich fast alles organisieren. Sie brauchen nur ein wenig Geduld.

 

Abseits der wenigen größeren Ortschaften, entlang der Hauptverkehrsadern, sind Campingplätze selten. Links und rechts der langen Durchgangspisten findet man fast nur privates Farm- und Ranchland. Immer mehr Farmen bieten Möglichkeiten zur Übernachtung an. FRagt einfach mal nach.

 

Auswahl des Lagerplatzes / Campingplatzes

  Damit Sie friedlich und entspannt übernachten können sollten Sie bei der Wahl und Gestaltung Ihres Camps einige Dinge beachten:

  • Innerhalb der NP´s haben Sie einen reservierten und fest zugeteilten Campspot. Suchen Sie diesen auf und errichten Sie auch nur dort Ihr Lager. Es wird immer so sein, dass es innerhalb eines Camps schönere Spots gibt, die Ihnen besser gefallen, weil sie näher an den Duschen liegen oder über eine intakte Feuerstelle verfügen, während Ihre Feuerstelle der „Tobsucht“ eines Elefanten zum Opfer gefallen ist. Campen Sie trotzdem auf dem Ihnen zugeteilten Spot! Der andere Platz kann ebenfalls für jemanden reserviert sein und dann werden Sie Ihre Zelte wieder abbrechen müssen und trotzdem zu Ihrem reservierten Spot ziehen (ersparen Sie sich also unnötige Diskussionen, überflüssige Arbeit und Ärger! Sie würden sich auch nicht freuen, wenn jemand anders auf Ihrem Campspot steht!).
  • Errichten Sie Ihr Camp besser nicht auf deutlich sichtbaren „Trampelpfaden“! Diese häufig genutzten Revierwege von Elefanten oder Flusspferden auf ihrem Weg zu Wasser- oder Futterstellen sollten nicht behindert werden. Diese „Straßen“ werden auch von einer Vielzahl anderer Tiere genutzt (u.a. von Raubtieren). Halten Sie einen ordentlichen Abstand zu diesen Pfaden. So vermeiden Sie Unterbrechungen im Gewohnheitsrhythmus der Tiere, durch die Aggressionen entstehen könnten (Zuhause zelten Sie auch nicht auf dem Bürgersteig oder auf der Straße). 
  • Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit Brennholz! Fällen Sie niemals selber Bäume! Sie Berauben damit die ehe schon spärliche Vegetation Afrikas. Wo es Elefanten gibt, finden sich auch tote, abgeknickte und entwurzelte Bäume, die Sie zum Feuermachen nutzen können.
  • Bäume spenden Ihrem Camp Schatten, aber sie können auch der Schlafplatz einer Affenhorde sein. Die Genwart von Affen im Camp ist immer nervig und anstrengend. Affen sind in der Regel talentierte und geübte Diebe, die sich von ihrem natürlichen Lebensrhythmus und Verhaltensschema immer weiter entfernen. Sie leben von unseren Abfällen, plündern unsere Vorräte und haben keinerlei Hemmung Gegenstände jeglicher Art durch geöffnete Seitenscheiben aus dem Fahrzeug zu klauen. Fördern Sie dieses Verhalten nicht noch zusätzlich durch Füttern! Nicht nur Sie, sondern auch alle die nach Ihnen kommen würden das bereuen.